Das Konzept Semizentral
In den meisten chinesischen Städten, sowie in Städten vergleichbarer Schwellen- und Entwicklungsländer, reichen die lokalen Wasserressourcen infolge der rasanten Bevölkerungsentwicklung und dem damit einhergehenden dynamischen Stadtwachstum nicht mehr für die Grundversorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser aus.
Hieraus ergibt sich für die betroffenen Städte ein enormer Handlungsbedarf für die zukünftige Planung und Entwicklung hinsichtlich der Ausgestaltung der Wasserversorgung, der Abwasserentsorgung, der Abfallwirtschaft sowie der Siedlungs- und Infrastrukturplanung im Allgemeinen.
Der Einsatz konventioneller zentraler Ver- und Entsorgungssysteme, wie sie üblicherweise in Industrieländern eingesetzt werden, hat den Nachteil, dass bei diesen Systemen nur ein Stoffstrom ver- bzw. entsorgt und dadurch keine Kreislaufführung berücksichtigt wird. Die Einbindung solcher Systeme in schnellwachsende urbane Räume erscheint u. a. deshalb nicht sinnvoll, da sie nicht flexibel an sich dynamisch verändernde Strukturen angepasst werden können.
Um die Problematik dieser gravierenden Diskrepanz zwischen rapidem Städtewachstum einerseits und der Bereitstellung adäquater Ver- und Entsorgungsinfrastruktur für Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallbehandlung andererseits zu entspannen, werden semizentrale Größeneinheiten in Planung und Realisierung untersucht.
Der Begriff "Semizentral" bedeutet in diesem Zusammenhang eine Größenordnung, die über einzelne Bebauungseinheiten hinausgeht, gleichzeitig jedoch deutlich kleiner ist als herkömmliche zentrale Systeme.





